Ich heiße Reinhard Weber und wurde 1953 in Berlin geboren. Wie viele Amateurfotografen begann ich, indem ich als Kind den Auslöser an der "Box" meines Vaters betätigen durfte. Da mein Vater seine Filme selbst entwickelte und auch Bilder selbst in einer zur "Dunkelkammer" umfunktionierten Besenkammer herstellte, kam ich frühzeitig mit der Labortechnik in Berührung. Dieser Kontakt war allerdings der eines Zaungastes, da die Kammer viel zu klein für zwei Personen war und es auch stockfinster sein mußte, so daß ich wegen der späten Stunde meist schon schlafen mußte. Die Bilder wurden als Kontaktkopien, was beim 6 * 9 cm-Format der Box möglich war, und später als die erste Kleinbildkamera, die Akarette, hinzukam als Schwarzweiß-Vergrößerungen bis 13 * 18 cm hergestellt. Gewässert wurden die Bilder zur Freude meiner Mutter im Küchenwaschbecken. Die Anfertigung von farbigen Bildern im eigenen Labor war so utopisch, daß man nicht einmal daran zu denken brauchte.

1967 durfte ich dann zum ersten Mal einen ganzen Schwarzweißfilm mit der Akarette meines Vaters belichten, und sofort hatte mich die Faszination der Fotografie gepackt. Seither kann ich mich nur an wenige Momente erinnern, bei denen ich keine Kamera dabei hatte. Auf vielen Wanderungen und Bergtouren begleitete mich nun die Akarette, die einige Jahre später durch die erste Spiegelreflexkamera, eine "Zweit"-Edixa meines Vaters abgelöst wurde. Ich begann zaghaft mit der Tierfotografie, soweit diese ohne große Teleobjektive von 400 mm und mehr erreichbar war. In der ersten Hälfte der siebziger Jahre arbeitete ich als Student in den Semesterferien im Fotohandel und bei einem Spandauer Hochzeitsfotografen. Bei diesem absoluten Leica-Spezialisten konnte ich sehr viel Grundlagenwissen zur analogen Fotografie erlernen, und erstmals kam ich mit einer Leica M in Berührung. Die Leica M 3 faszinierte mich so sehr, daß ich lange sparte, bis ich dem Spandauer Fotografen eine gebrauchte Leica M 3 abkaufen konnte.  Geduld war nötig, denn sie kostete mehr als eine nagelneue Minolta SRT 303. Bis heute habe ich den Kauf und die lange Zeit des Sparens nicht eine Sekunde bereut, denn eine Leica M 3 begleitet mich bis heute, und ich ziehe sie in vielen Situationen der Leica M 5 vor.

Da ich aber auch eine Spiegelreflex brauchte,  kam zunächst eine Nikon-Ausrüstung (FM und F 3 Titan) hinzu, bevor diese gegen eine Leica R 4 s ausgetauscht wurde, die nach 25 Jahren in der Naturfotografie mit einem Defekt in den Ruhestand ging und heute durch eine Canon EOS-1N ersetzt wurde, weil diese die Adaptierung von Leica-Objektiven erlaubt, die nicht nur meiner Meinung nach die besten Objektive der Welt sind.

Die ganzen Jahre hindurch war ich leidenschaftlicher Naturfotograf, was sich in etwa 180 Diavorträgen und einer Mitgliedschaft in der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen (GDT) in den achtziger Jahren ausdrückte.

Die Welt ist schnell und digital geworden, so mußte auch ich mich von meinem eigenen Farblabor zunächst verabschieden und in die digitale Fotografie einsteigen, als ich 2006 mit der Auswanderung nach Fuerteventura mein Hobby zum Beruf machte und Fotojournalist wurde. Die Herkunft aus dem Analogbereich kann ich aber nicht verleugnen, denn umfangreiche Bildbearbeitungen oder gar -manipulationen sind nicht mein Gebiet. Das überlasse ich gerne anderen. Die nachträgliche Manipulation muß häufig - nicht immer - handwerkliches Unvermögen kaschieren, und ich bevorzuge deshalb das originale unverfälschte Bild.

Heute arbeite ich vorwiegend mit der Canon EOS-5 D Mk 2, EOS-20D (wegen des phantastischen 24-105 mm Zooms der L-Serie und der adaptierten Leica-Objektive) und der Panasonic Lumix FZ-100, die ebenfalls ein Leica-Objektiv hat. Gelegentlich kommt bei analogen Aufträgen auch eine Hasselblad zum Einsatz.